Archiv der Kategorie: Deutsche Zahnärzte für Indien

Raum geben

KunstRaum und Praxis für Zahnheilkunde – die Idee dahinter

Raum geben – für das, was mich in meiner beruflichen Praxis bewegt hat – und auch in der Zukunft weiter bewegen soll. Zudem spielte Kunst in meinem Leben immer eine wichtige Rolle, beschäftigte mich als Musiker aber auch als Liebhaber von bildendender Kunst seit meiner Schulzeit. Bereits in meiner ehemaligen Praxis habe ich einmal jährlich wechselnde Hängungen mit Gegenwartskunst gezeigt. Bereits die Entstehung und Entwicklung der neuen Räumlichkeiten für Praxis und KunstRaum konnte man auf diesem Blog verfolgen. Hier werden wir auch die Eröffnungstermine der aktuellen Ausstellungen bekanntgeben.

Zahnheilkunde  Es war mir in meinem Berufsleben als Zahnarzt wichtig, selbst als Spezialist für ein kleines Gebiet des menschlichen Körpers immer den ganzen Menschen zu behandeln und zu begreifen. Umfangreiche und jahrelange Ausbildungen in Akupunktur, Homöopathie aber auch Orthopädie für Kiefergelenkstherapie haben mich die Komplexität des menschlichen Organismus begreifen lassen und in jahrelanger, konsequenter Diagnostik und Therapie begleitet.

Dies greife ich wieder auf und versuche meine Patienten im besten Sinne ganzheitlich zu behandeln – seien es chronisch Kranke, Allergiker, Menschen mit Kopfschmerzen, Tinnitus, knackenden Kiefergelenken oder auch nur Karies oder Parodontitis. Das Wort Sprechstunde nehme ich nach wie vor wörtlich.

KunstRaum  Der KunstRaum wird den größten Teil der Flächen in Anspruch nehmen. Multifunktional als Eingangs-, Warte- und Empfangsraum genutzt, erfüllt sich so mein Wunsch, mit Kunst und Design, mit Sammlungen unterschiedlichster Dinge zu leben und zu arbeiten. Dies möchte ich in Zukunft in Form von Ausstellungen mit mehr Menschen teilen.

Der Auftakt wird eine Ausstellung sein, die sich mit Le Corbusier beschäftigt. Im Zentrum stehen Fotografien von Thomas Florschuetz, sein Blick auf Architekturen von Le Corbusier. Gleichzeitig wird ein Teil der Praxis mit Möbeln von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand eingerichtet sein.

Thomas Florschuetz "Enclosure (CC) 15", 2010/13 C-Print, je 228 x 213 cm

Thomas Florschuetz
„Enclosure (CC) 15“, 2010/13
C-Print, je 228 x 213 cm

Deutsche Zahnärzte für Indien / German Dental Carehood International

German Dental Carehoof International e.V. http://gdci.de

Auf einer Reise durch Nordwestindien habe ich nicht nur die Schönheiten und Exotik dieses Landes erfahren, mir fiel auch die weit verbreitete Armut, besonders der Landbevölkerung mit vielen Kindern auf. Zu Hause erfuhr ich, dass es bei der Duisburger Kindernothilfe schon seit 25 Jahren eine humanitäre zahnärztliche Aktivität in Südindien gab. An mehreren von deutschen Zahnärzten eingerichteten Zahnstationen und in einer mobilen Einheit, dem Dentomobil, werden Heimkinder in Südindien versorgt. Ab dem Folgejahr, ab 2007, war ich dabei und habe fast jährlich in ganz Südindien tausende Kinder untersucht, unterichtet und behandelt. Es war immer ein großes Glück dort anzukommen und die Liebe, Neugier und Dankbarkeit der Kinder und Menschen zu erfahren. Wenn mich Menschen hier nach meinen Gründen für diese beschwerlichen Aufenthalte fragen, gibt es nur eine Antwort: wegen der leuchtenden Augen der Kinder! (s. GDCI.de, Bericht Neyyoor 2015).

Malteser Migranten Medizin   Jedes Mal, wenn ich aus Indien kommend aus dem Flugzeug stieg, wurde mir bewußt, dass man auch im eigenen Land humanitär aktiv werden sollte. Dies gewann an Aktualität mit der steigenden Migrantenflut nach Deutschland in den letzten Jahren. Ich erfuhr von der Malteser Migranten Medizin, die schon vor über 15 Jahren in Berlin begann und das Ziel hatte, unversicherten Menschen kostenlose medizinische Versorgung in allen Bereichen der Medizin durch freiwillig arbeitende Ärzte zu ermöglichen. Mittlerweile gibt es in 15 deutschen Städten solche Einrichtungen, nur im Ruhrgebiet nicht, das prozentual die größte Gruppe unversicherter Menschen hat. Das nahm ich 2014 zum Anlass, mit der Stadt Duisburg und auch dem Malteser Hilfswerk Kontakt aufzunehmen und die Gründung einer Station in Duisburg anzugehen.

Nach vielen Gesprächen und Verhandlungen, Suchen nach Räumen und nach Geldgebern soll bis zum Jahresende endlich eine Praxis für Migranten und Nichtversicherte in Duisburg entstehen. Es wird zunächst vor allem zahnärztliche Behandlungen geben, Kinder-, Allgemeinärzte, Internisten und Orthopäden sollen in weiteren, eigenen Räumen untersuchen und behandeln. Damit würde eine große Lücke auch zur Entlastung aller ärztlichen Praxen geschlossen. Ich hoffe, dass viele Ärzte sich beteiligen werden.

Malteser-Migranten-Medizin.de