KunstRaum

FARBE | PAINT

April – Oktober 2017

Nachdem die Eröffnungsausstellung Blick auf Le Corbusier mit vier großformatigen Fotoarbeiten von Thomas Florschütz erfolgreich zu Ende ging, gibt es seit Mitte April eine neue Ausstellung zum Thema Farbe|Paint zu sehen. Sie wird am 17. Mai offiziell von 18 – 20 Uhr eröffnet.

Farbe kann durch Angabe von drei Eigenschaften in einem Farbmodell beschrieben werden. Werden sie quantifiziert, ergibt das kartesische Produkt aller möglichen Werte einen dreidimensionalen Farbraum. Die Messwerte an Farbräumen sind der Farbton oder Buntton – also der Farbname, die Farbsättigung, die Buntheit und Chromazitität, was die Verschiebung der Farbe in Richtung Graupunkt bedeutet.                                                                                                                Die Begriffe value und chroma – also Farbton und Buntheit – sind ein wesentlicher Teil in der sog. Ästhetischen Zahnheilkunde, bei der Auswahl und und Fertigung keramischer Zähne. Auch diese können kleine Kunstwerke sein.

Am Beispiel der Arbeiten von 11 Künstlern lässt sich der Umgang mit Farbe in seinen unterschiedlichen Formen und Wirkungen auf unser Auge in Abhängigkeit der geschilderten Gesetzmäßigkeiten, verschiedener Farbgründe und Materialien sehr gut beobachten und ergründen. Das kann dick und pastös daherkommen wie etwa bei Richard Serra aber auch Icke Winzer, oder leicht und transparent wie bei der Gruppe von Martha Guisande. Sybille Berger trägt bis zu 200 Farbschichten auf, um ihre Farbfelder zu verdichten während Monika Huber eher minimalistische Farbspuren in ihren Kompositionen präsentiert. Wirkliche Farbräume mit Tiefenwirkungen schafft Gotthard Graubner in seinen Kissenbildern unter Verwendung alter venezianischer Farbtechnik, hingegen kommen Elisabeth Varys Farbkörper mit beinahe mineralischen, pudrigen Oberflächen daher. Und Kuno Gonschior schafft es durch Verwendung scheinbar unverträglicher Leuchtfarben seine Farbpunkte zur Bewegung zu bringen, wenn man sie nur lange genug fixiert, so entsteht ein zusätzliches Phänomen der Wahrnehmung von Farbe.

Das Ausstellungszitat von Dürrenmatt „Ich habe ins Blaue geschossen und ins Schwarze getroffen“ beschreibt in seiner Knappheit sehr schön die ganze Bandbreite der abstrakten Farbmalerei, was hoffentlich durch die wenigen Exponate zum Ausdruck kommt.

Gezeigt werden Malereien von Sybille Berger, Paco Fernández, Kuno Gonschior, Gotthard Graubner, Martha Guisande, Monika Huber, Alfredo Álvarez Plágaro, Richard Serra, Lee Ufan, Elisabeth Vary und Icke Winzer.

Marta Guisande, Richard Serra