Eröffnung Kunstraum und Praxis für Zahnheilkunde

In zwei Beiträgen von Frank Fischer, Duisburg365.de wird der KunstRaum vorgestellt und über die Entstehung und die Idee des Projektes  berichtet. Der zweite Beitrag, das Interview, geht auf die am 26. November 2016 eröffnete erste Ausstellung “ Blick auf Le Corbusier “ ein.

Beitrag Duisburg365.de über den KunstRaum

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Interview mit Dr. Manhardt Barthelmie von Frank Fischer

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KunstRaum

Blick auf Le Corbusier

Fotografien von Thomas Florschuetz und Möbel von Le Corbusier, Pierre Jeanneret, Charlotte Perriand

Thomas Florschuetz (*1957 Zwickau, lebt und arbeitet in Berlin) setzt sich in seinem künstlerisch- fotografischem Schaffen mit Gebäudekomplexen auseinander, die im direkten Kontext mit Herrschaftsformen stehen und eine Repräsentationsfunktion innehatten oder auch, wie in den Fotografien von Capitol Complex, Chandigarh, Indien oder der Kirche Notre Dame du Haut in Ronchamp, Frankreich utopisch-visionär sind. Diese Bauwerke haben u.a. die Aufgabe, eine Vision oder auch einen Machtanspruch zu illustrieren.

Im Werk von Florschuetz steht in diesem Zusammenhang die Auseinandersetzung mit dieser formalen Gestaltung im Vordergrund. Es geht ihm um die physische Präsenz und räumliche Gliederung der jeweiligen Baukörper, nicht um eine Dokumentation oder architektur-historische Analyse. Ergebnis der künstlerischen Auseinandersetzung sind fotografische Bilder, die auch unabhängig von der Kenntnis des Motivs wirkungsvoll sind, ohne dabei die Bedeutsamkeit der Orte zu verleugnen. Die Fokussierung auf bestimmte architektonische Elemente und Ausschnitte, Fragen nach Licht, Nähe oder Distanz bestimmen die Erscheinung seiner Werke und führen gleichzeitig eine Art Wesenhaftigkeit der zugrunde liegenden Architektur vor Augen.

von links Chaiselonge LC4, 1928 Thomas Flroschuetz, Enclosure (M.O.A.B.) 03, & Enclosure (CC) 15, beide Werke 2010/13

Chaiselonge LC4, 1928
Bilder: Thomas Florschuetz, Enclosure (M.O.A.B.) 03, & Enclosure (CC) 15, je 2010/13

Le Corbusier, Pierre Jeanneret, Charlotte Perriand – Möbel

„Möbel waren in den Zwanzigerjahren das Versuchsfeld einer künstlerischen Avantgarde. Die Wchutemas in Sowjetrussland, das Bauhaus in Deutschland, in den Niederlanden die Künstlergruppe De Stijl und in Frankreich das Atelier des Schweizer Architekten Charles-Edouard Jeanneret-Gris, genannt Le Corbusier, waren die Zellen einer europäischen Bewegung, die eine neue sachliche Formensprache für das Mobiliar formulierten. Ihr Funktionalismus war ästhetisch, politisch und ökonomisch.                                                                                         Während sich politisch im Europa der Zwanzigerjahre totalitäre Regime formten, waren diese zum Teil links gesinnten Gruppen länderübergreifend vernetzt. Gemeinsam trugen sie zu einer internationalen Moderne bei, die mit Prädikaten wie Transparenz, Minimalismus und Rationalismus ein ästhetisches Drehmoment in der Geschichte des Industriedesigns gesetzt hat.“         Sophie Jung in: 12 Gegenstände, 2015 av Edition, Stuttgart

Als junge Architektin begann Charlotte Perriand 1927 im Büro Le Corbusier. Sehr schnell entstanden seit dem eine Reihe von Sitzmöbeln wie LC1, LC2, LC4, die heute Ikonen des modernen Möbeldesigns sind und bis heute z.B. von der Firma Cassina gebaut werden.

Le Corbusier hatte schon vor 1927 die theoretischen Grundlagen und Analysen verschiedener Sitzpositionen für Sitzmöbel in Skizzen festgelegt, die er Charlotte Perriand zur Entwicklung überließ. Perriand hatte zuvor bereits Möbel für ihr Appartement an der Place St. Sulpice in Paris entworfen, die diesen Analysen entsprachen. Für die verbliebenen Sitzpositionen hat sie dann noch weitere Designs entwickelt, darunter auch das „Grand Confort“, dessen innovatives Gleitsystem 1929 patentiert wurde.

Thonet produzierte diese Möbel ab 1930 unter Angabe aller drei Entwerfer, also Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand. Das änderte sich nach 1945, es wurden die Kurzformen LC1 – LC4 eingeführt, die auf Le Corbusier verwiesen. Das Urheberrecht war bei allen dreien verblieben, die daher nach Übernahme der Produktion durch Cassina ab 1965 wieder benannt werden, obwohl sich die Kurzform erhalten hat.

Bilder Thomas Florschuetz, Enclosure (CC) 31, 2010/13 & ohne Titel (Ronchamp) # 04, 2005/2010 Möbel von links: Basculant LC 1, 1928; Sessel LC 2; Sofa LC 2 Grand Confort

Bilder Thomas Florschuetz, Enclosure (CC) 31, 2010/13 & ohne Titel (Ronchamp) # 04, 2005/2010
Möbel von links: Basculant LC 1, 1928; Sessel LC 2; Sofa LC 2 Grand Confort

 

 

 

Praxis Neubeginn

Dienstag, 4. Oktober 2016! Der erste Behandlungstag in der Praxis Dr. Barthelmie mit dem neuen Team, Anke Friedrich, Daniela Bos und Marzia Lauer.

Die vergangene Woche war mit dem Einrichten der Praxis, der EDV und den Lehrgängen an allen Geräten in den Behandlungsräumen und im Sterilisationsraum ausgefüllt – heute beginnen, gut vorbereitet, die Behandlungen in den neuen Räumen und an den neuen Praxiseinheiten des XO-Systems.

Anke Friedrich am neuen Empfang

Anke Friedrich am neuen Empfang

Dr. Barthelmie mit seinem neuen Team, Anke Friedrich, Maria Lauer, Daniela Bos

Dr. Barthelmie mit seinem neuen Team, Anke Friedrich, Maria Lauer, Daniela Bos

Erläuterungen zu den Bildern von Thomas Florschuetz

Erläuterungen zu den Bildern von Thomas Florschuetz

Einarbeiten im Prophylaxezimmer von Anke Friedrich

Einarbeiten im Prophylaxezimmer von Anke Friedrich

... und im Behandlungszimmer von Dr. Barthelmie

… und im Behandlungszimmer von Dr. Barthelmie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Endspurt

Endspurt! Die letzten Handwerker arbeiten sich aus den Räumen, alle Möbel stehen und werden bestückt, das ist geduldige Feinarbeit, der Steri-Raum läuft auf Hochtouren, das neue Praxis-Team ist mit Vergnügen und Engagement dabei. Die Kunst war bereits in der vergangenen Woche gehängt worden, auch die Möbel für Empfang, EAV-Raum und Empfang stehen seitdem.

Der Empfang wird "in Betrieb" genommen

Der Empfang wird „in Betrieb“ genommen

Das "Wartezimmer" mit den Möbeln von Le Corbussier und den Fotografien von Thomas Florschuetz

Das „Wartezimmer“ mit den Möbeln von Le Corbussier und den Fotografien von Thomas Florschuetz

Die Kinderecke im Wartezimmer

Die Kinderecke im Wartezimmer

Das "Wartezimmer" ...

Der große Ausstellungsraum mit der Liege von Le Corbussier

Installation der Bilder am 20. september

Installation der Bilder am 20. September mit den hilfreichen Freunden Murat und Bernd!

Auspacken und verteilen ....

Auspacken und verteilen ….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einrichten

Nun geht es Schlag auf Schlag, zunächst wurden, nachdem die Maler-, Installations-, und Elektroarbeiten abgeschlossen waren, der Linoleum-Boden in den Praxisräumen verlegt und die Behandlungseinheiten geliefert. Es folgte in den Ausstellungsräumen der Spachtel-Boden, den man auf den folgenden Fotos sieht.

Seit einer Woche sind wir nun im Finish für die Installation der Praxiseinrichtung, der EDV, dem Aufbau der weiteren Schränke durch die Schreinerei Baden, erste Möbel wurden geliefert und heute sind die aller-allerersten Bilder an die Wand gekommen: im EAV Raum wurden die Akupunktur-Schautafeln gehängt. Alles greift nun ineinander, es ist, was soll man sagen, aufregend – aber es wird auch Zeit!

Am Dienstag, dem 4. Oktober beginnen wir mit den Behandlungen!

Anmeldungen unter praxis@m-barthelmie.de oder 0203 – 934 20025

Empfang mit Blick in Richtung Praxisräume

Empfang mit Blick in Richtung Praxisräume

 

Zielgerade

Alle Installationen sind verlegt, die Wände wieder geschlossen, geputzt und gespachtelt. Selbst die 3 m hohe Schiebetüre ist innerhalb weniger Tage angefertigt und eingebaut worden. Alles geht am Ende Hand in Hand, sodass jetzt nur noch der Bodenleger nach Herausnahme der alten Kunststoff- und Teppichbeläge den Estrich abschleift und für die neuen Böden vorbereitet. Währenddessen kleben die Malerinnen Decken und Wände mit Vlies ab, glätten alle Kanten und bereiten den Endanstrich vor. Plötzlich geht alles so schnell wie beim olympischen 1500 Meter Lauf – wir biegen in der letzten Kurve in die Zielgerade ein.

Somit ist der vorgesehene Zeitplan der Praxiseröffnung im Oktober möglich.

Termine können ab jetzt per E-Mail vereinbart werden, indem Sie Ihren Terminwunsch und – grund unter Angabe Ihrer Telefon-Nr. schreiben an:

praxis@dr-barthelmie.de

Wir rufen Sie sofort zurück.

Der Empfangs- und Galerieraum, der Teppich ist raus, das Malervlies bereits geklebt, endlich weiße Wände – die Kappendecke muss nur noch ihren Anstrich bekommen!

Blick in das Wartezimmer, hier ist das Malervlies noch nicht geklebt.

Die Jungs der Schreinerei Baden bringen die 3 m hohe Schiebetüre und bauen sie auch gleich ein.

 

 

 

Blick vom Wartezimmer in den Empfangsraum, hier ist das Vlies noch nicht auf die Wände geklebt.

 

 

 

Löcher zumachen …

Anfang der Woche sieht noch alles sortiert aus – Ende der Woche dann Chaos pur, gute Laune und viel geschafft.

Fünf Gewerke sind gleichzeitig aktiv – men at work – von Daniela, unserer Malerin überblickt – sie steht zur Zeit auf einem Gerüst und holt die alte Leimfarbe von der Decke. Bravourös! Die beiden Männer der Fa. Riebe verputzen fachgerecht die Stahlbalken (die zuvor abgeflext wurden (wahnsinns Job). Die beiden Ri-Gips-Leute sind hinter den Elektrikern von Lehnhart her, die ihre Kabel nun so ziemlich überall in die Wände gebracht haben und schliessen alle Löcher und Wände. Und der Elektriker Bartosz kriegt heute den Preis für das Oberchaos im Kabelgewirr, er hat – natürlich! – den totalen Durchblick. Vermutlich weil sein Kollege sich davon beim Schlitzen der Decke ganz und gar nicht aus der Ruhe bringen lässt. Der Installateur Robert Bargmann wurde am Nachmittag übrigens auch noch gesehen!

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Dienstag, die Malerin holt die Leimfarbe von der Decke.

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Freitag, die Stahlbalken werden verputzt und die Hohlkehle wieder hergestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was soll man sagen, es geht voran, auch wenn die Baustelle aktuell im Chaos zu versinken scheint.

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Stilleben des Tages – angesichts dieser Bilder kann man sich nicht wirklich vorstellen, dass dies mal eine ganz ordentliche Zahnarztpraxis werden soll, die die Hygiene-Verordnung sehr ernst nimmt ….
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Ausräumen

Seit dem 4. Juli standen die Zeichen auf Abriss und Ausräumen, ab morgen geht es um den Aufbau und die Renovierung … jeden Tag Überraschungen über das, was zutage kam. Damit wurde dann auch deutlich, wie genau die Renovierung und der Einbau gemacht werden muss, hier sind wir mit den verschiedenen Gewerken nun in der Feinabstimmung.

Aber so sah, so sieht es aus:

Raum geben

KunstRaum und Praxis für Zahnheilkunde – die Idee dahinter

Raum geben – für das, was mich in meiner beruflichen Praxis bewegt hat – und auch in der Zukunft weiter bewegen soll. Zudem spielte Kunst in meinem Leben immer eine wichtige Rolle, beschäftigte mich als Musiker aber auch als Liebhaber von bildendender Kunst seit meiner Schulzeit. Bereits in meiner ehemaligen Praxis habe ich einmal jährlich wechselnde Hängungen mit Gegenwartskunst gezeigt. Bereits die Entstehung und Entwicklung der neuen Räumlichkeiten für Praxis und KunstRaum konnte man auf diesem Blog verfolgen. Hier werden wir auch die Eröffnungstermine der aktuellen Ausstellungen bekanntgeben.

Zahnheilkunde  Es war mir in meinem Berufsleben als Zahnarzt wichtig, selbst als Spezialist für ein kleines Gebiet des menschlichen Körpers immer den ganzen Menschen zu behandeln und zu begreifen. Umfangreiche und jahrelange Ausbildungen in Akupunktur, Homöopathie aber auch Orthopädie für Kiefergelenkstherapie haben mich die Komplexität des menschlichen Organismus begreifen lassen und in jahrelanger, konsequenter Diagnostik und Therapie begleitet.

Dies greife ich wieder auf und versuche meine Patienten im besten Sinne ganzheitlich zu behandeln – seien es chronisch Kranke, Allergiker, Menschen mit Kopfschmerzen, Tinnitus, knackenden Kiefergelenken oder auch nur Karies oder Parodontitis. Das Wort Sprechstunde nehme ich nach wie vor wörtlich.

KunstRaum  Der KunstRaum wird den größten Teil der Flächen in Anspruch nehmen. Multifunktional als Eingangs-, Warte- und Empfangsraum genutzt, erfüllt sich so mein Wunsch, mit Kunst und Design, mit Sammlungen unterschiedlichster Dinge zu leben und zu arbeiten. Dies möchte ich in Zukunft in Form von Ausstellungen mit mehr Menschen teilen.

Der Auftakt wird eine Ausstellung sein, die sich mit Le Corbusier beschäftigt. Im Zentrum stehen Fotografien von Thomas Florschuetz, sein Blick auf Architekturen von Le Corbusier. Gleichzeitig wird ein Teil der Praxis mit Möbeln von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand eingerichtet sein.

Thomas Florschuetz "Enclosure (CC) 15", 2010/13 C-Print, je 228 x 213 cm

Thomas Florschuetz
„Enclosure (CC) 15“, 2010/13
C-Print, je 228 x 213 cm

Deutsche Zahnärzte für Indien / German Dental Carehood International

German Dental Carehoof International e.V. http://gdci.de

Auf einer Reise durch Nordwestindien habe ich nicht nur die Schönheiten und Exotik dieses Landes erfahren, mir fiel auch die weit verbreitete Armut, besonders der Landbevölkerung mit vielen Kindern auf. Zu Hause erfuhr ich, dass es bei der Duisburger Kindernothilfe schon seit 25 Jahren eine humanitäre zahnärztliche Aktivität in Südindien gab. An mehreren von deutschen Zahnärzten eingerichteten Zahnstationen und in einer mobilen Einheit, dem Dentomobil, werden Heimkinder in Südindien versorgt. Ab dem Folgejahr, ab 2007, war ich dabei und habe fast jährlich in ganz Südindien tausende Kinder untersucht, unterichtet und behandelt. Es war immer ein großes Glück dort anzukommen und die Liebe, Neugier und Dankbarkeit der Kinder und Menschen zu erfahren. Wenn mich Menschen hier nach meinen Gründen für diese beschwerlichen Aufenthalte fragen, gibt es nur eine Antwort: wegen der leuchtenden Augen der Kinder! (s. GDCI.de, Bericht Neyyoor 2015).

Malteser Migranten Medizin   Jedes Mal, wenn ich aus Indien kommend aus dem Flugzeug stieg, wurde mir bewußt, dass man auch im eigenen Land humanitär aktiv werden sollte. Dies gewann an Aktualität mit der steigenden Migrantenflut nach Deutschland in den letzten Jahren. Ich erfuhr von der Malteser Migranten Medizin, die schon vor über 15 Jahren in Berlin begann und das Ziel hatte, unversicherten Menschen kostenlose medizinische Versorgung in allen Bereichen der Medizin durch freiwillig arbeitende Ärzte zu ermöglichen. Mittlerweile gibt es in 15 deutschen Städten solche Einrichtungen, nur im Ruhrgebiet nicht, das prozentual die größte Gruppe unversicherter Menschen hat. Das nahm ich 2014 zum Anlass, mit der Stadt Duisburg und auch dem Malteser Hilfswerk Kontakt aufzunehmen und die Gründung einer Station in Duisburg anzugehen.

Nach vielen Gesprächen und Verhandlungen, Suchen nach Räumen und nach Geldgebern soll bis zum Jahresende endlich eine Praxis für Migranten und Nichtversicherte in Duisburg entstehen. Es wird zunächst vor allem zahnärztliche Behandlungen geben, Kinder-, Allgemeinärzte, Internisten und Orthopäden sollen in weiteren, eigenen Räumen untersuchen und behandeln. Damit würde eine große Lücke auch zur Entlastung aller ärztlichen Praxen geschlossen. Ich hoffe, dass viele Ärzte sich beteiligen werden.

Malteser-Migranten-Medizin.de